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New York City Serenade

 
Mit Berlin verbindet mich seit meinem ersten Besuch 1988 etwas. Die Faszination der geteilten Stadt, der Geschichte, der Einzigartigkeit durch ihre Vielfalt. Es ist weniger geworden, seit sich der Politklüngel dort eingenistet und Yuppiehausen in viele Stadtteile gebracht hat. Schade für Berlin. Berlin hat Weltstadtdings gewonnen und Charme verloren. Berlin hat etwas Berlin verloren. Aber wir haben jetzt Hochhäuser an der Zonengrenze, Bier für 5 Euro im Sony Center und BWLer in Friedrichshain. Also Bildungsniveau unverändert. Das nennt man Fortschritt. Toll. Berlin ist trotzdem noch toll.
Rom. Kenn ich nicht. Bestimmt spannend. London. Kann man mal haben. Ob man muss, weiß ich nicht. Glaub aber, ist auch spannend. War 89 dort und kurz 2012. Weiß nicht. Wenn Europa, dann immer noch Berlin.
 
Ich hab keine Ahnung von der Welt. Kenne kein Persien, kein Afrika, kein Russland, kein Asien. Außer Peking vor 20 Jahren. Faszinierend damals. Viel spannender als mensch es sich vorgestellt hätte. Aber heute... kenn ich nicht. Kenne mich in der Welt so gar nicht aus, und trotzdem mehr als der statistische Deutsche. Und der Michel ist im Weltschnitt wohl noch ganz gut. Statistik ist doof. Du weiß mehr als der Statistiker, verdienst aber weniger. What is it worth for? Nothing! You come from statistics, you're going back to statistics. Das hat schon Eric Idle gewusst. Always look at the bright side of life! Wenn sie dich kreuzigen würden, wüsstest du, wenigstens, woran du bist. Unsere offizielle Religion im Zeichen der Hinrichtung, seit 2000 Jahren. Da sind wir führend, da muss der Taliban erst mal hin. Jippie! Es lebe die Säkularisierung.
 
Säkularisierung, die elegante Überleitung zum Thema - von Berlin über Bildung und Peking, Statistik und biblische Blasphemie: New York! Als ich über die Brooklyn Bridge gelaufen bin, hatte ich ständig Bruce Springsteen im Kopf - musste aber mit Gewalt weg von Jersey Girl: falsche Seite -, Meeting across the River (das mal ganz besonders), Night , She's the One und natürlich Jungleland (Hammersolo von Clarence). Unbedingt anhören! Also, jetzt, gleich. Nicht irgendwann.
 
Hat Edgar Alan Poe eigentlich Geld verdient, oder wovon hat der gelebt? Das wäre gerade mal echt interessant.
 

 
New York. Darauf wollte ich hinaus. Dabei fällt mir Vancouver ein. Ich steh auf die nordamerikanischen Städte, scheint es. San Francisco ist auch so geil. Also, ich wollte von New York schreiben: Vancouver ist ganz anders. So sehr in Kanada. Und so gediegen - viel leiser, angenehm. Wir hatten nur zwei Tage, also kenn ich Vancouver auch nicht. Liebe es aber. Da muss man sich dann immer fragen: deshalb oder trotzdem oder anyway. San Diego auch übrigens... aber das führt vom Thema weg.
 
Wenn du die Soli von The Big Man Clarence Clemons hörst - das muss ich noch machen - oder daran denkst, während du über die Brooklyn Bridge läufst, bist du verzaubert. Und wenn du sie vorher gehört hast, stellst du dir das genauso vor. New York ist so geil und so nervig. Laut. Genauso hektisch wie Heidelberg. Eigentlich genauso wie Heidelberg: Viele Touristen, mit Fluss, teuer und als Radfahrer musst du echt mit dem Leben abgeschlossen haben. Unterschied: der New Yorker ist hilfsbereit. Und hat höhere Häuser. Die sind alle schief auf den Fotos. Sonst alles wie hier auf dem Dorf. Will sagen, ich komm da gut klar - so auf den ersten Anschein. Anders als in Paris sprechen die da auch eine Sprache, die man versteht - auch anders als häufig hier. Also, ich mochte das. Und wenn ich mich irgendwo religiös oder sonstwie auf der Straße bekehren lassen möchte oder möchten würde, dann da. Die machen den Bekehrungskram echt höflich und freundlich. Und hierzulande ist bekehrenderseiteige Freundlichkeit ja schon ein Hauptgrund, sich bekehren zu lassen. Deswegen wird hier auch niemand bekehrt. Wenn ich so an die Zeugen vor meiner Haustür denke, völlig klar. Also, ich finde das total interessant... hab dazu echt viel zu sagen. Klar will ich über Gott reden, aber dann schon ausgiebig, und die sollen zuhören. Können die nicht einen Termin machen? Die wollen dann immer nach ner halben Stunde wieder weg. Der Ami ist da flexibler.
 

 
Bekehren... also mit dem Kehren haben sie es weniger in New York. Schwäbischer Einschlag ist nicht zu verzeichnen. Das macht der Kanadier in Vancouver deutlich überzeugender. Das erinnert mich an Würzburg. Sauber, nette Kneipen. Nur fehlen dem Kanadier hier die Gebäude aus dem 16. Jahrhundert - eine Residenz und Festung konnten wir nicht verorten -, Döme haben sie auch nicht, eine profunde Geschichte und Riemenschneider und Röntgen fehlen grundlegend. Da sind die völlig hintendran. Gut, Würzburg muss kleine Abstriche machen in der Liebenswürdigkeit der Menschen - also, ich mochte die Jungs und Mädels in Würzburg, aber ich meine, so generell und im Allgemeinen und im Erscheinungsbild und so, wobei Heidelberg da viel schlimmer ist -, in der grandiosen Landschaft, der Mitteilsamkeit der Busfahrer, der Marina, der Skyline, bei den Wasserflugzeugen, dem Strand mit viel Meer drumherum, dem Street Food, den Burgern - vom Unicafe abgesehen - und auch einfach der Gesamtgeilheit. Und überhaupt. Trotzdem, es ist so: in Würzburg biste viel schneller als in Vancouver. 
 
Was mich wieder direkt zu New York bringt - da biste auch schneller. Bisschen. Und mal ehrlich, wer, der Deutschland kennt, will woanders alte Sachen sehen? Die haben wir doch zur Genüge. Besagte Döme, Rentner, Politiker. All so Zeug. Obwohl: Gesamtreisezeit nach Vancouver ist kürzer - wenn man sonntags einreist. Der US-Ami braucht da geschlagene 2 1/2 Stunden, um dich zu fragen, ob du schon mal da warst und ungläubig zu fragen, warum du nochmal kommst. Antwort: pffff, hatte keine Wahl, war ein Geschenk - wurde akzeptiert. Geil auch als ich gesagt hab, ich war mit 11 schon mal da, und der Einreisebeamteasiate dann meinte, warum ich jetzt nicht mit meinen Eltern da sei, ob ich sie nicht mehr mag. Also Humor haben die, wenn auch sehr unterschwellig. Ich sach noch: dat geht dich gar nix an.
 

 
Der Kanadier denkt nur: selbst schuld und schickt dich weiter. Das kann der ganz spontan. In Würzburg hatten sie das nicht, da konnte man einfach so rein. Und die - und das ist ein durchaus entscheidender Vorteil - hatten die hübscheren Bereitschaftspolizistinnen. Das muss mal erwähnt werden, wird ja sonst nie erwähnt. Wer erwähnt sowas schon, außer er hat sich gerade in das Wort erwähnt verliebt.
 
Also man sieht schon, um nach New York zu kommen, muss man erst mal die ganze Welt hinter sich lassen. Und dann auch noch die Bahnverbindung von JFK nach Manhattan kapieren. Aber eigentlich gibts da nicht viele Möglichkeiten, man muss nur rausfinden, wie man zu nem Ticket kommt. Schwarzfahren ist da nämlich ziemlich unmöglich - wir sind hier offener, haben auch die Erfahrung mit den Mauern schon hinter uns. In Kanada planen sie keine Mauern, soweit ich weiß. Bei Würzburg kann man das nicht mit Sicherheit sagen, die Franken können aber nichts dafür, dass sie da jetzt so involviert sind in Horstland. Mauern zu den Eskimos wären auch sinnlos von kanadischer Seite. Und noch gibt es wenige US-Flüchtlinge Richtung Kanada.
 
 
 
Aber so kann man das auch wieder nicht sagen. Mit der Fahrkartenautomatenmauer (das Wort wird ernsthaft nicht von der Rechtschreibkorrektur beanstandet!!!) haben wir hier schon zu kämpfen. In New York auch. Unterschied: dort kommt innerhalb von 10 Sekunden irgendein Mensch und fragt dich, ob er dir helfen kann. Hier versuchen nur alle, irgendwie zu hupen. Das haben die Amis uns sowas von voraus: die Hilfsbereitschaft. Klar, müssen sie auch, das haben sie gelernt. Wenn die sich nicht gegenseitig helfen, verhungern sie oder sterben an Masern. Schön sowas. Also, dass sie hilfsbereit sind. Und wenn da einer hupt, hat Tina festgestellt, dann hupen auch alle. Da ist Solidarität gelebt. Mal ehrlich, in USA fühl ich mich unter Menschen wohler als hier. Da sind nämlich Menschen. Hier sind Leute. In Vancouver (ich weiß, nicht USA) sind die sogar so drauf, dass sie sich entschuldigen, wenn du ihnen ans Schienbein trittst. Ganz süß. Ist mal einen Versuch wert, wenn man in Vororten unterwegs ist. Auch in New York, so in Brooklyn oder Harlem - da lernt man die Menschen mal von ihrer ganz menschlichen Seite kennen. Aber wir waren ja gar nicht in Harlem. 101. Straße war das Äußerste. Da gibts den Broadway Bagle. Weiter nördlich kommste dann nicht mehr mit der Plautze. Ab da gehts zum Central Park abwärts zum Abliegen. Rollen - passt.
 

 
Generell ist die Nahrungsaufnahme in New York nicht teuer - nur der Nahrungserwerb. Empirische Versuchsreihen haben ergeben, dass der Import von Worschtebrot zwar verboten, aber kein Problem und insbesondere zu empfehlen ist. Nervenschwache können auch in der Warteschlange vor der Immigration noch mindestens 5000 Kalorien in Form illegal eingeführten Mettigels zu sich nehmen - es herrscht kein Zeitdruck. Das ist zu empfehlen, da immer wieder unbedarfte ESTA-Neutouristen aufgrund von Unterernährung aus der labyrinthisierten Schlange zwangsentfernt werden müssen. Schnellere Abfertigung ist übrigens bei turbanisierten Vollbartträgern garantiert. Für weibliche Einreisende empfiehlt sich in diesem Zusammenhang das gründliche Studium des "Leben des Brian" im Vorfeld - ein Insider. Reisen in exotische Länder wollen vorbereitet sein.
 

 
Einmal in der Unterstadt Manhattans angekommen - wie gesagt, Sonntag empfiehlt sich nicht als Einreisetag, da dann die U-Bahnen mit dem Heidelberger Sonntagsstraßenbahntakt synchronisiert sind -, muss man nur noch dem Taxifahrer sagen, wohin man möchte. Eine einfache Übung - es ist lediglich alle 7 Sekunden das gewünschte Fahrtziel zu wiederholen. Bei akzeptabler Annäherung aussteigen und selbst laufen erspart übrigens rund 35 maliges Wiederholen des Fahrtziels. Also, einmal angekommen, erinnert man sich spontan daran, kurz vor dem Abflug irgendwo was in Zusammenhang mit der größten hessischen Flughafenstadt gelesen zu haben, das so ähnlich klang wie "Mainhattan". Und man denkt sich, echt, die haben einen ganzen Häuserblock in Frankfurt? Albern. Gleich vergessen. Aber gut, die halten auch Apfelwein für ein Getränk.
 
Andererseits, der Ami im Allgemeinen und der Newyorkese im Besonderen hält auch das eine oder andere was die da haben für Bier oder für Brot. Kein Wunder, dass die keinen Krieg mehr gewinnen. Also sein wir großzügig - da sind wir jetzt auch keine Spezialisten. Wir können dafür Bier und Brot. Im Rückgriff auf die Nahrungsaufnahme sei im Übrigen das klassische Diner erwähnt. Wer erstklassige Burger plus Fries plus das ganze Geschmnodder außenrum liebt und auch "Bier" im Weinglas ertragen mag, möge sich im "Metro Diner" in der 100./Broadway gütlich tun. Amerika im Original, zu erschwinglichen Preisen und echt lecker. Nur mal so. Insidertipp vom Origianl-NYC-Cop. Kann übrigens noch den Westside Market Broadway/98. empfehlen. Toller Supermarkt, tolle Auswahl. Teuer ist eh alles.
 

 
So, und nun mal im Ernst. NYC ist der Hammer! Tina hat mich kurz nach unserer Rückkehr gefragt, ob mir New York oder Paris besser gefällt. Da war ich noch so beeindruckt, dass ich sagte, so unter dem direkten Eindruck sei das jetzt unfair gegenüber Paris. Aber dass ich mich in NYC schon deshalb wohler fühle, weil ich mich mit den Menschen flüssig verständigen kann. Im Nachhinein ist es viel mehr. Mir kommt im Vergleich Paris oder auch Berlin wie ein Dorf vor. Zumindest was Paris angeht, ist das nicht der Größe geschuldet - und ein paar Tage können auch keine treffende Aussage begründen. Aber ich persönlich kann mit NYC sehr viel mehr anfangen - gerade im Nachhinein - als mit Paris. Berlin bleibt Mitfavorit. 
 
Diese furchtbar laute Stadt NYC ist mir sympathisch. Ich fühl mich da wohl. Ich mag die Leute. Das komische Zeug, was sie tun, die Diversizität (heißt das so? - wenn nicht, dann jetzt), die Offenheit, die Fressbuden, die Diners, die Herzlichkeit, wie sie der Deutsche nie erlebt hat. Klar muss uns als Touristen klar sein, dass sich kein normaler Mensch ein Leben in Manhattan leisten kann, nicht mal in der 100. Straße beim Diner - was bedauerlich ist, da man von dort aus fast überall hin rollen kann. Klar hab ich keine Ahnung, wie es sich in Brooklyn, Queens oder Dödelhausen, NY oder gar Jersey lebt. Aber ich hab mich ganz komischerweise wohl gefühlt in dem Chaos. Ein Gefühl von Freiheit, sich ausleben zu können, wäre man nicht nur als Tourist hier. Ein Gefühl von Monstrosität hier, fast schon Kleinstadt dort. Ground Zero hier, das Diner dort. Ein paar Kilometer entfernt, mittendrin und doch familiär. Zumindest in Manhattan keine Sorge, sich unsicher zu fühlen. Ich kenne Kaiserslautern, da hab ich keine Sorge wegen Manhattan. Pffff.
 

 
Ja klar, als Tourist bist du ganz anders drauf. Genieße es. 1 WTC - the view cross the river to the Jersey side. Sundown over the Hudson, walk the Brooklyn Bridge when Lower Manhattan fades away in the darkness with all the lights turning on, enjoy streetfood on your hotel room balkony looking over 32nd street, smell dope on every corner, watch out over NYC from the roof top bar with a 14$ cocktail wishing you could afford several of them, see 1 WTC from the ferry remembering the Twin Towers having been way more beautiful, passing the Statue of Liberty thinking about having been there with Liselotte in 82, being overwehelmed talking to her today, anyway.
 
 
I've been there some 35 years ago - just for two days. But it somehow felt like coming back. This' strange somehow, since I didn't see or visit that much back then. But it all felt familiar in a way. Ridiculous to say I sometimes felt like I was showing NYC to Tina. But in a way it's true. When we stepped into ESB, I did exactly know how it would look like inside the lobby. Gorgeous by the way compared to the other skyscraper attractions like WTC or Rockefeller Center. ESB ist just THE classic one with the typical style of its time. Not the highest, but still the greatest, though.
Thank you Tina for making all this possible. Ich kann mich gar nicht angemessen bedanken.
 
NYC Serenade to maybe be continued
am
28.5.17 08:40
 
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