Teil 1 von... weißnich...
Ein Geräusch hatte ihn aus dem Schlaf aufgeschreckt, er konnte es nicht zuordnen. Er richtete sich auf und lauschte mit klopfendem Herzen in die Dunkelheit. Nichts. Merkwürdig. Sollte er sich alles nur eingebidet haben?
Ein kurzes Geräusch nur, wahrscheinlich. Vielleicht ein Auto. Er atmete tief durch, schon ging das Herz langsamer. Gedankenfetzen begannen durch seinen Kopf zu zucken. Gedanken, die er verdrängt hatte, vor ein paar Stunden erst, vor dem Einschlafen. Plötzlich waren sie wiedr da. Weiterschlafen. Bitte lasst mich weiterschlafen, dachte er, während es sich wieder unter seiner Decke zusammenrollte.
Gerade als er die Augen geschlossen hatte, hörte er wieder ein Geräusch. Und diesmal wusste er sofort, was es war. Das Mobiltelefon. Mistding, er hatte vergessen, es auszuschalten. Dennoch neugierig, warf er einen Blick darauf: zwei neue Nachrichten. Von ihr.
Sofort wieder Herzklopfen. Lesen, schnell. 'Bist du noch wach', las er. Nun, das war relativ. Aber es hatte immer seinen Grund, wenn sie sich nachts meldete. Bevor er antwortete, las er die zweite Nachricht. 'Bitte melde dich, wenn du wach bist'. Es ist wichtig. Aber sowas blödes, warum ruft sie dann nicht an? Ist doch egal, ob ich wach bin.
'Ja, ich bin wach. Was ist los?' Jetzt war er in der Tat hellwach. Es gab eigentlich nichts und niemanden, durch den er sich vom Schlafen hätte abhalten lassen. Mit einer Ausnahme. Und dieser Ausnahme fieberte er nun entgegen. Was sie wohl wollte?
Hoffentlich hatte sie nicht inzwischen enttäuscht ihr Telefon abgeschaltet.
Als er so auf ihre Antwort wartend dasaß und sich die plausibelsten wie die ausgefallensten Szenazien vor Augen führte, durchfuhr ihn plötzlich ein jäher Schreck.
Die Haustürklingel! Jetzt, mitten in der Nacht!? Ein dummer
Streich, er würde nicht öffnen. Oder... könnte es sein? Sie? Hier? Nein, unmöglich.
Noch im gleichen Moment streifte er sich ein T-Shirt über und rannte zur Tür.
Ein kurzes Summen des Öffners, ein Klappern im Erdgeschoss, die Tür öffnet sich und schließt sich gleich daraufhin wieder. Schritte auf den Stufen.
'Hallo', sagt er ganz leise. Niemanden wecken. Keine Antwort. Er schaltet das Treppenlicht ein, und wenige Sekunden darauf steht sie vor ihm. Blass, mit verweinten, roten Augen.
Was wollte sie nur, was war los? Bloß nicht gleich mit Fragen überhäufen, denkt er. Und sagt 'Hey, was machst du denn hier?'. Er besinnt sich: 'Komm erst mal rein.' Sie lächelt ganz leise, nur für einen Sekundenbruchteil, und kurz funkeln ihre Augen, bevor sie die Wohnung betreten.
Wir sitzen in der Küche, ich schenke uns Wein ein, wortlos. Sie nimmt das Glas dankbar entgegen, ebenso wortlos. Ich setze mich ihr gegenüber, schaue sie besorgt an und versuche sie anzulächeln. Zaghaft lächelt sie zurück. 'Tut mir Leid, dass ich dich mitten in der Nacht überfalle'. Alles dreht sich.
Meine Gedanken rasen, ich kann sie nicht fassen, so viele Fragen. Nur nicht alle auf einmal, lass ihr Zeit. 'Ist ok, mach dir keine Sorgen!' Ich nehme einen Schluck Wein, sie ebenso. Dann sehe ich sie wieder an. 'Erzähl!'
Er ist sicher, sie hat viel zu erzählen. Man fährt nicht mitten in der Nacht die ganze Strecke für ein Glas Wein. Normalerweise nicht. Warum hat sie nicht angerufen? Ok, sie wird mir sicher alles erklären...
... to be continued... some time...
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