Mein erstes Baby
Ich erinnere mich...
... an die Zeit als meine kleine Schwester ganz klein war. So klein, dass sie noch in dem dicken, runden Bauch gewohnt hat. Aber man konnte sie schon hören. Vor allem aber fühlen. Oh Mann, war das toll. Und das war MEIN Schwesterchen, mein Baby. Und auch toll war das Maßband, das ich bekommen hab. Nee, um den Bauch von meiner Mama hats nicht rumgepasst, da hat ja meine Schwester drin gewohnt. Das war toll, denn man wusste immer wo sie ist. Später gehen so kleine Schwestern schonmal kurzfristig verloren. Das ist ungünstig, denn meistens machen sie irgendwelchen Unsinn, vor allem wenn man sie nicht hört. Sie lernen sehr schnell, was Unsinn ist und wie man ihn heimlich macht. Also, von meinem Maßband hab ich jeden Tag einen Zentimeter abschneiden dürfen. Bis es soweit war. Ui, es war ziemlich kalt und eklig am 24. November 1977. Ich war bei meiner Oma, und um 12 hat mein Papa angerufen, dass mein Schwesterchen jetzt umgezogen war. Von ihrem Bauch in ein Bett in so ner Art WG. Als ich sie später gesehn hab, hab ich mir gedacht, dass sie gar nicht so aussieht als wäre sie sehr glücklich mit ihrem Umzug. Vielleicht waren die anderen Kinder doof. Ganz bestimmt sogar! Aber angelacht hat sie mich trotzdem. Und ich habs allen im Krankenhaus erzählt! Und einen Tag später hatte sie sich schon ganz gut eingelebt. Weil so am ersten Tag hat sie schon ziemlich doof ausgesehn, so zerknautscht und ohne Hals. Aber klar, da wo sie vorher gewohnt hatte, wars ja auch ziemlich eng. Und wahrscheinlich ganz schön dunkel. Aber sie hatte sich wohl dran gewöhnt. Oh, und es war toll. Wenn sie so gestrampelt hat und was man eben noch so alles macht, wenn man noch bei Mama im Bauch wohnt. Der Name kam von mir. Dann Wickeln, was ganz was Neues mit sechs Jahren. Der erste Brei – Sauerei! Das erste Wort, ich war dabei. Viel Spaß, viel Streit. Groß werden, spannend! Froh, dass es sie gibt.
Mein erstes Baby!
Irgendwann will ich sowas selbst auch mal.
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