Supergrobi

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Ich liebe dich, ...

... du dummes Miststück!", rief er und schnitt sich mit einem schnellen Streich des frisch geschärften Tranchiermessers die Pulsadern auf.
"Autsch! Scheiße!!!" Er ließ das Messer fallen, die Spitze bohrte sich wenige Millimeter neben seinem großen Zeh in den Fußboden.
Das Spritzen des Blutes aus dem tiefen Schnitt war erstaunlich vehement, apokalyptisch und geradezu hörbar, und binnen weniger Sekunden hatte sich eine große Blutlache auf dem weißen Flokati gebildet.
Panik erfasste ihn, ganz so war es nun nicht gedacht gewesen. Er presste die Hand über die klaffende Wunde und überlegte. Das Blut quoll weiterhin in Strömen zwischen seinen Fingern hervor.
Den Teppich würde er wegwerfen müssen, dachte er. Darüber grübelte er ein paar Sekunden nach, bevor ihm bewusst wurde, dass der Teppich seine zweit wichtigste Sorge war. Dem vielen Rot nach zu urteilen war offensichtlich Eile angesagt. In der Küche fand er ein Stück Paketschnur. Diese Abbinderei war schmerzhafter, komplizierter und vor allem unwirksamer als im Fernsehen. Aber immerhin, ertrinken würde er nun nicht mehr. Und verbluten auch nicht. Was jedoch noch zu beweisen war – und zu hoffen. Nach Anwendung des gesamten Vorrates an Mullbinden schien ihm der Beweis erbracht.
Nun hatte er immer noch mehrere Probleme. Zuerst war da natürlich der Teppich. Die Verwendung desselben in Verbindung mit der Waschmaschine würde vorübergehend Aufschub verschaffen. Das restliche verbreitete Rot in der Wohnung ließ sich, wie sich zeigte, mit der sauberen Seite des Teppichs zwar mühsam, weil mit nur einer Hand - die andere schmerzte nun gewaltig, das war jedoch erst das nächste Problem -, jedoch grundlegend derart versorgen, dass des Weiteren eine gründliche Feuchtreinigung des Inventars zu befriedigenden, unroten Resultaten führen sollte.
Gedacht, getan. Nach einer halben Stunde sah die Welt schon wieder – anders aus. Bedeutend weniger rot.
Neue Mullbinden besorgen, außerdem gutes Tape, das würde sich wohl ohne Aufsehen erledigen lassen. Schwerlich konnte er einem Arzt etwas über Miststücke, Tranchiermesser und Teppiche erzählen - mit Sicherheit gefolgt von verstopften Flusensieben. Welcher Arzt konnte da schon helfen?! Da war Eigeninitiative gefragt.
Alles bestens, alle Probleme gelöst. Bis auf das eigentliche, das würde er vermutlich nie lösen.

Aber er konnte es. Wenn er es nur wollte.
Das hatte er gerade bewiesen.
21.11.05 15:23
 



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